Diakonie – der soziale Dienst der evangelischen Kirchen

Diakoniegottesdienst und Jahresempfang

Diakoniegottesdienst und Jahresempfang

dekanatsdiakoniegottesdienst 2018_„Den Menschen als Auftrag achten“

 

Michelstadt. „Stark sind wir als Kirche im Bereich der Diakonie“, also des sozialen Handelns aus christlicher Sicht. Dies betonte Dekan Dr. Karl-Heinz Schell in der Michelstädter Stadtkirche zu Beginn des Diakoniegottesdienstes mit Jahresempfang des Evangelischen Dekanats Odenwald und des regionalen Diakonischen Werks. Für die gastgebende Kirchengemeinde begrüßte Kirchenvorsteherin Christel Heck die Gäste mit den Worten „Diakonie steht seit Anbeginn für ein rücksichtsvolles Miteinander“. Was mit Anbeginn gemeint ist beziehungsweise wie weit diese Sicht tatsächlich zurückreicht, das zeigte der Stellvertretende Dekan Reinhold Hoffmann in seiner Predigt auf. Wie Jesus für rund zehntausend Menschen aus fünf Broten und zwei Fischen eine sättigende Mahlzeit für alle machte: nicht durch ein Wunder, sondern weil es ihm gelang, die Menschen zum Teilen dessen zu ermutigen was sie dabeihatten. „Sie sehen nicht nur sich selbst, sie sehen die anderen. So ist Gottes Reich.“ Wilfried Knapp vom Vorstand der Diakonie Hessen (Frankfurt) ging in seinem Impulsreferat auf das Thema „Gesellschaftliche Trends und Kirche“ ein. Unter anderem benannte er die Vereinzelung innerhalb der Gesellschaft: Für viele Menschen sei die Möglichkeit zur freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit gewiss positiv; doch bestehe dabei zugleich die Gefahr, zu sehr auf sich selbst zu sehen und den Nächsten aus dem Blick zu verlieren. Die rasch fortschreitende Digitalisierung wiederum erleichtert nach Knapps Ansicht zwar vieles, doch der Vergleich etwa zwischen Roboter und Mensch zeige eben doch auch die Grenzen dieser Entwicklung auf. „Vieles scheint jederzeit verfügbar, aber der Mensch ist es nicht.“ Darüber hinaus dominiere das Leistungsprinzip weithin das Denken; wer nicht mitleiste, habe es schwer und bekomme zugleich Angst, nicht mehr mitzukommen. Auch die wachsende Säkularisierung (Verweltlichung) gibt dem Diakonievorstand zu denken. Kirche werde oftmals als weltfremd wahrgenommen. Gerade aber die diakonische Arbeit für den bedürftigen Mitmenschen zeigt das genau Gegenteil. „Man kann all diese Entwicklungen nicht aufhalten“, schloss Knapp; „aber wir müssen von Anfang an den Menschen als Auftrag achten.“ Zu den von Knapp benannten Bereichen waren in der Stadtkirche Thementische vorbereitet, bei denen anschließend der Austausch im Mittelpunkt stand. Dieses Angebot wurde von vielen Menschen als sehr bereichernd erlebt“, freut sich Bärbel Simon, die Leiterin des Diakonischen Werks Odenwald. „Dabei wurden auch etliche neue Kontakte geknüpft.“ Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von der Dekanatsband und Kantor Hans-Joachim Dumeier. Die Kollekte von 580 Euro geht zu gleichen Teilen an zwei diakonische Mitgliedseinrichtungen: die Jugendwerkstätten Odenwald und den Behindertenclub Odenwald.

 

Text und Foto: Bernhard Bergmann, Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Evangelischen Dekanat Odenwald

Ein Stück Brot als Symbol für die Zuwendung zum Nächsten gab es für jeden Gottesdienstbesucher.