Diakonie – der soziale Dienst der evangelischen Kirchen

Weiterbildung genießt beim Diakonischen Werk hohen Stellenwert

Weiterbildung genießt beim Diakonischen Werk hohen Stellenwert

Steiger und SimonGruppen wirksam und lebendig leiten

Michelstadt, Oktober 2017. Die Bereitschaft zur stetigen Weiterbildung und zum lebenslangen Lernen wird heute als selbstverständlich vorausgesetzt. Das gilt  auch für Sozialberufe. Das Diakonische Werk Odenwald (DWO) bietet eine ganze Reihe an verschiedenen Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten an, um eine hohe Qualität der Arbeit sicher zu stellen.

 

 

 

 

Im Bild:Diplom Sozialarbeiterin Ursula Steiger (l.) und Diakonie-Leiterin Bärbel Simon (r.) erklären auf was es bei der sozialprofessionellen Gruppenleitung ankommt. (Foto: DWO)

Am Beispiel einer Weiterbildung, an der 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DWO und 5 Externe teilgenommen haben, zeichnet sich ab, von welcher Bedeutung die stetige Professionalisierung in sozialen Arbeitsfeldern ist. „Be your own Chairman“ hat die deutsch-amerikanische Psychologin und Begründerin der Themenzentrierten Interaktion (TZI) Ruth Cohn bereits vor über 40 Jahren ihre Botschaft überschrieben. Wörtlich übersetzt heißt das „sei Dein eigener Vorsitzender“ und gemeint ist damit, dass man auf seine innere Stimme hören soll, auf eigene Bedürfnisse und Motivation zum Beispiel. Wie zeitgemäß und universell einsetzbar die bewährte Sicht- und Vorgehensweise ist, stellten die Referenten unter Beweis, die im Auftrag der Abteilung Fortbildung der Landesgeschäftsstelle des Diakonischen Werks Hessen in den Odenwald gekommen sind.

Referentinnen waren Beatrix Optenhövel und Shirley Reinhaus vom Ruth Cohn Institute for TCI International. Überschrieben war die Weiterbildung mit dem Titel „Gruppen lebendig und wirksam leiten“. Das Odenwald-Institut in Wald-Michelbach/Tromm bot den dafür geeigneten Rahmen.

Carola Müller ist für die Koordination einer betreuten Wohngemeinschaft zuständig. „Sowohl für die Bestimmung der eigenen Rolle im Mitarbeiterteam als auch in der Beziehung zu den Bewohnern ist eine klare Positionierung wichtig“, machte die Pädagogin in der Weiterbildung für sich fest. Wie werden unterschiedliche Vorstellungen und die Rollen beispielweise im regelmäßigen Putzdienst in Einklang gebracht? Oder wie lassen sich respektable Regeln erarbeiten, wenn Bewohner ein Haustier haben möchten? „Möglichst viel gemeinschaftlich tun, was allen besser gefällt, stärkt das Wir-Gefühl“, hat sie von der Weiterbildung in den Alltag übertragen. Sieben Bewohner mit psychischer Beeinträchtigung, mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen, sind sieben Persönlichkeiten, die es zu respektieren gilt.

Im Mittelpunkt der Weiterbildung stand die Interaktion der einzelnen Person mit der Gruppe, diese bezogen auf ein Thema, das als Störung empfunden wird oder Konfliktpotenzial in sich birgt. Solche Situationen sind auch Ursula Steiger von der Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle (PSKB) nicht fremd. „TZI eignet sich besonders dafür, das eigene Handeln in Beziehung zum sozialen Umfeld zu reflektieren, wenn Störungen aufgetreten sind“, berichtete die Diplom-Sozialarbeiterin aus ihrer Praxis. In ihrem Beratungsalltag ist sie nicht selten mit Situationen konfrontiert, in denen ihre Klienten aus belasteten Situationen in der Familie oder am Arbeitsplatz berichten.

Beispiele für sozialpädagogische Gruppenarbeit sind auch das „Café Knospe“, das Frauencafé oder die Angehörigengruppe „Rückenwind“. Dabei handelt es sich um Angebote der PSKB, die den Besucherinnen und Besuchern einen geschützten Rahmen in Gemeinschaft mit anderen bieten.

 

Darin waren die Teilnehmerinnen an der Fortbildung sich einig: „Einsamkeit kann zugleich Ursache und Wirkung von Erkrankungen sein“. Umso wichtiger sei es, Menschen mit momentanen psychischen Erkrankungen weder als Opfer noch als zu bemitleidend einzustufen, untermauerte DWO-Einrichtungsleiterin Bärbel Simon die Notwendigkeit, die eigene Professionalität stetig durch Weiterbildung zu überprüfen und zu erweitern. „Jeder Mensch ist Experte in eigener Sache“, so Bärbel Simon und verdient daher Wertschätzung und Respekt.

 

Kontakt und Informationen: Das Diakonische Werk Odenwald ist Träger psychosozialer Beratungs- und Betreuungsangebote und der soziale Dienst der evangelischen Kirche für den Odenwaldkreis. Die Angebote sind offen für alle Ratsuchenden, unabhängig von Religion oder sozialem Status. Termine können unter 0606196500 oder mail@dw-odw.de vereinbart werden.