Diakonie – der soziale Dienst der evangelischen Kirchen

Jugendliche Odenwälder fordern bessere Maßnahmen gegen Klimawandel

Jugendliche Odenwälder fordern bessere Maßnahmen gegen Klimawandel

PLAKAT-20191129 (002)Bündnis ‚Alle fürs Klima‘ unterstützt Aktivitäten der Schülergruppe

Die Ergebnisse des ‚Klimagipfels‘ der Bundesregierung vom 20.09.2019 lassen Schülerinnen und Schüler im Odenwaldkreis nicht ruhen. Sie geben ihrer Unzufriedenheit mit den halbherzigen Maßnahmen der Regierung ein Forum und beteiligen sich am nächsten weltweiten Streik für das Klima. Am Freitag, den 29.11.2019 wird um 11:45 Uhr eine Demonstration vor der Odenwaldhalle in Michelstadt stattfinden. Das Bündnis ‚Alle fürs Klima‘ verschiedener Organisationen  – unter ihnen DGB, das Evangelische Dekanat Odenwaldkreis (- Schulbezogene Jugendarbeit -), Odenwald gegen Rechts,  Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Naturfreunde – unterstützt das Anliegen von Fridays-for-Future-Odenwaldkreis.

Zentrale Forderungen

Die Hauptforderung des Bündnisses richtet sich auf die Einhaltung des im Klimaschutzabkommen von Paris vereinbarten Ziels, die Klimaerwärmung nicht über 1,5°C ansteigen zu lassen. Mit diesem Ziel müssen alle Regierungsmaßnahmen vereinbart werden. Daraus folgen Maßnahmen zur Energiewende und Verkehrswende, die von der deutschen Regierung bislang nicht eingehalten bzw. konterkariert werden. So stellt die faktische Einstellung des Zubaus der regenerativen Energienutzung durch Minister Altmaier einen klaren Verstoß gegen das Klimaabkommen dar. Bekanntlich wurde auf sein Betreiben das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) so stark verändert, dass die Einhaltung der Nutzungsziele für 2030 und 2050 nicht mehr möglich erscheint. Die Regierung peilt für 2050 eine vollständige Versorgung Deutschlands mit regenerativem Strom an, behindert gleichzeitig den Zubau der Windkraft durch das EEG. Auch im Odenwaldkreis ist diese Entwicklung spürbar: alle Windradplanungen im Kreis werden von Gegnern mit großem Erfolg bekämpft.

Gebäudedämmung und Mobilität

Weitere zentrale Forderungen sind ‚Klimafreundliches Wohnen‘ und ‚Klimafreundlicher Verkehr‘ jeweils für alle. Hinter diesen Titeln stehen die notwendigen Änderungen zur energetischen Sanierung des Gebäudebestandes und eine klimaneutrale Mobilität. Beide Aufgabenfelder werden nach Auffassung des Klimabündnisses durch die Maßnahmen der Regierung nicht befördert. So steht eine Anreizpolitik aus, die den Einbau von modernen Dämmsystemen um vorhandene Gebäude attraktiv macht. Jährlich wird nur ein Bruchteil der Gebäude modernisiert, die notwendig wären, um das Einsparziel für den Heizungssektor für 2030 erreichen zu können.

Die Regierung setzt nach ihren Vorschlägen dieser Woche bei der Mobilität auf die gezinkte Karte der Automobilindustrie: der Ersatz von Verbrennungsmotoren in Pkw durch Elektromotore plus Batterien wird an der Verkehrsmisere der Gegenwart nichts ändern. Zudem ist die Industrie nach dem Dieselskandal als guter Berater der Regierung diskreditiert. Wer mit allen Mitteln täuscht und hintergeht, sollte eigentlich kein Gehör mehr finden. Für den Odenwald fordert das Klimabündnis echte große Schritte zum öffentlichen Verkehrssystem durch Bahn und Bus. Die Elektrifizierung der Odenwaldbahn sowie der zweigleisige Ausbau sind nötig, um die bestehenden Engpässe zu beseitigen. Die Odenwaldbahn ist heute gar nicht in der Lage, eine Steigerung der Fahrgastzahlen im Berufsverkehr zu bewältigen: 60% Stehplätze in den Zügen sind morgens und abends Standard.

Demonstrationszug nach Erbach

Die Demonstration am 29.11. wird einen Protestzug nach Erbach zum Inhalt haben. Zielpunkt ist der Parkplatz in der Werner-von-Siemens-Straße, wo gegen 13:00 Uhr die Abschluss