Diakonie – der soziale Dienst der evangelischen Kirchen

Gemeinsam Wege aus der Krise finden

Gemeinsam Wege aus der Krise finden

Vorstellung der Arbeit der Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle (PSKB)
Die Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle des Diakonischen Werks Odenwald hilft kompetent und vertraulich.

 Krisen, Krankheiten, Angst, Schmerz, Depressionen und der Verlust von Angehörigen zählen ebenso zum Leben wie Glück und Freude. Eine bewährte Anlaufstelle für Menschen in psychisch belasteten Situationen ist das Diakonische Werk Odenwald in Michelstadt mit seiner Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle.

 Das Angebot nutzen Menschen aus allen sozialen Schichten und aus völlig unterschiedlichen Gründen. „Die Bandbreite reicht vom Manager, Verkäufer, der Hausfrau oder Rentnerin bis zum Hartz IV-Empfänger – Menschen, die mit ihrer psychischen Stabilität kämpfen und jeweils ganz individuelle Lösungen für ihre Probleme suchen“, fasst die Bereichsleiterin des Psychosozialen Zentrums, Ulrike Werner-Paulus, zusammen, was sich hinter den Zahlen verbirgt. Im vergangenen Jahr nutzten rund 150 Personen das Hilfsangebot; gut ein Drittel der über 570 Beratungen wurden sogar als Hausbesuch durchgeführt. Neu im dreiköpfigen Beratungsteam von Diplom-Sozialpädagoginnen ist Ursula Steiger. Als Supervisorin bringt sie zusätzliche Kenntnisse und Erfahrungen in das sensible Arbeitsfeld ein: „In der Beratung sehen wir aus der Außenperspektive auf das System des Klienten. So können wir neue Sichtweisen mit den Klienten erarbeiten, die es möglich machen, erste kleine Schritte der Veränderung zu gehen.“

 Oft stehen die Beraterinnen vor der Herausforderung, Klienten, die schwere seelische Verletzungen erleiden mussten, darin zu stärken, wieder Vertrauen zu anderen Menschen aufzubauen. „Fortschritte erkennen wir, wenn die Ratsuchenden sich öffnen und sich dahin entwickeln, neue Verhaltensmuster zu erarbeiten und auszuprobieren“, fügt Cornelia Fingerloos hinzu. Im absolut vertraulichen Beratungsgespräch zeigen die Ratsuchenden ihren Schmerz und ihre Trauer, reden über ihre Verletzungen und Wünsche. „Wir geben keine Ratschläge“, sagt Cornelia Fingerloos, die am Beispiel eines Klienten, der sich in einer Lebens- und Sinnkrise befindet, vorstellt, wie Menschen sich mit Hilfe der Beratung neue Wege selbst erarbeiten. Mit Hilfe der Gespräche ist es ihm gelungen, einige seiner negativen Einstellungen in Positive zu verwandeln. Der Weg aus der Hilflosigkeit führt meist über das Verstehen.

In vielen Fällen genügen fünf bis 10 Sitzungen im Zeitraum von mehreren Wochen/ Monaten für das Erarbeiten von Lösungswegen.

 Weiterhin gehören zur Aufgabenstellung der PSKB Beratungen und Hilfestellungen am Telefon, auch in Form von Krisenintervention.

 Aus den Erfahrungen heraus haben sich zusätzlich feste Angebote etabliert, in denen Betroffene besonders den Erfahrungsaustausch untereinander schätzen. „So haben wir aufgrund gehäufter Nachfragen von Angehörigen von psychisch kranken Menschen eine Angehörigengruppe ins Angebot genommen“, stellt Ulrike Werner-Paulus das Projekt „Rückenwind“ vor. Angeleitet von Ursula Steiger treffen sich die Gruppenmitglieder einmal im Monat mittwochs von 18 bis 19.30 Uhr im Gruppenraum des Diakonischen Werks. Der nächste Termin ist am 12. Dezember.

 Menschen, die selbst an einer psychischen Erkrankung leiden, finden Halt in der Gruppe beim „Nachmittags-Treff“, der an gleicher Stelle zwei Mal im Monat (16 – 17.30 Uhr) unter einem bestimmten Motto angeboten wird. Am 28. November steht Adventsbasteln und am 12. Dezember die Weihnachtsfeier auf dem Programm.

 „Gezielt greifen wir den Wunsch von Frauen der mittleren Altersspanne auf, sich in einem geschützten Rahmen über Fragen dieser Lebensspanne auszutauschen“, fügt Cornelia Fingerloos hinzu. Auch beim „DW-Frauencafé“ geben die beiden Kolleginnen Themen vor, um die Gespräche anzuregen. Am 28. November geht es um „Hoffnung – als schöpferische Kraft“; am 19. Dezember um „Persönliche Orte der Ruhe finden“. Die Treffen finden von 10 bis etwa 12 Uhr im Gruppenraum statt.

 Schließlich bietet das Diakonische Werk gemeinsam mit dem DRK Odenwaldkreis eine Selbsthilfegruppe „Angst und Depression“ an, die sich jeden ersten Mittwoch im Monat um 17 Uhr im DRK-Infocenter und Selbsthilfezentrum, Am Treppenweg 8, in Erbach trifft.

 Als Angebot für Menschen, die in der weihnachtlichen Zeit Kontakt suchen, bietet die PSKB am Donnerstag, 27.12.2012 in Kooperation mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst des Odenwaldkreises, Frau Fehrmann, ein Brunch an. Beim gemeinsamen Frühstück wird das alte Jahr verabschiedet.

 Die Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle des Diakonischen Werks Odenwald befindet sich in der Bahnhofstraße 38 in Michelstadt und ist unter Telefon 06061/9650-0 erreichbar. Für alle Beratungsgespräche, sowie Gruppen- und Freizeitangebote wird um telefonische Voranmeldung gebeten.

 

 Ursula Steiger (links) und Cornelia Fingerloos von der Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle des Diakonischen Werks Odenwald in Michelstadt unterstützen und beraten Menschen in Krisen und psychisch belasteten Situationen.