Diakonie – der soziale Dienst der evangelischen Kirchen

Weltalzheimertag im Odenwald

Weltalzheimertag im Odenwald

Werbung für Gespräche anlässlich des WeltalzheimertagesWeltweit sind mehr als 50 Millionen Menschen von Demenzerkrankungen betroffen, zwei Drittel davon in Entwicklungsländern. Bis 2050 wird die Zahl voraussichtlich auf 152 Millionen steigen, besonders dramatisch in China, Indien, Südamerika und den afrikanischen Ländern südlich der Sahara. In Deutschland leben gegenwärtig rund 1,7 Millionen Menschen mit Demenz. Die meisten von ihnen sind von der Alzheimer-Krankheit betroffen. Jahr für Jahr treten mehr als 300.000 Neuerkrankungen auf.

Seit 1994 finden am 21. September in aller Welt vielfältige Aktivitäten statt, um die Öffentlichkeit auf die Situation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen aufmerksam zu machen.

Was passiert am Welt-Alzheimertag?

In Deutschland organisieren die örtlichen Alzheimer-Gesellschaften und Selbsthilfegruppen jedes Jahr eine Reihe von regionalen Veranstaltungen, um die Öffentlichkeit auf das Thema Alzheimer und andere Demenzerkrankungen aufmerksam zu machen.

Immer wieder geht es darum, auf die Situation der etwa 1,7 Millionen Demenzerkrankten und ihrer Familien in Deutschland hinzuweisen. Auch wenn gegenwärtig eine Heilung der Krankheit nicht möglich ist, kann durch medizinische Behandlung, Beratung, soziale Betreuung, fachkundige Pflege und vieles mehr den Kranken und ihren Angehörigen geholfen werden. Wissen über die Krankheit und ihre Erscheinungsformen erleichtert den Umgang mit betroffenen Menschen enorm.

Gleichzeitig fehlt es in Deutschland an ausreichenden Unterstützungskonzepten für Menschen mit Demenz und ihre Familien. Und noch immer trauen sich viele Menschen nicht, darüber zu sprechen, dass sie oder ein naher Angehöriger eine Demenzdiagnose erhalten haben, weil die Krankheit oft Verunsicherung und Abgrenzung provoziert.

Eine Demenz führt oft zu ungewöhnlichem Verhalten, das auffällt: im Alltag, beim Einkaufen, bei der Arbeit, beim Sport. Wichtig ist, dass sich Freunde, Familie, Nachbarn und Mitbürger nicht abwenden, sondern über die Erkrankung reden. Menschen mit Demenz wollen weiterhin an gemeinsamen Aktivitäten teilhaben, ihre Hobbys und den Alltag möglichst selbstbestimmt gestalten. Dazu braucht es mehr Wissen und Verständnis in der gesamten Gesellschaft. Wenn wir miteinander ins Gespräch kommen, erleben Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen, dass sie trotz der Erkrankung akzeptiert werden und dazugehören.

Vor Ort präsent

Die Fachstelle Demenz im Diakonischen Werk ist im Odenwald Ansprechpartner für Ratsuchende. Angehörige, Betroffene und Interessierte erhalten kostenfreie individuelle und professionelle Beratung. In regelmäßigen Abständen werden Schulungen und Informationsveranstaltungen zum Thema Demenz angeboten. Der monatliche Gesprächskreis für Angehörige von Menschen mit Demenz dient dem gegenseitigen Austausch und der Entlastung. Die Miteinander-Gruppen für Senioren ermöglichen auch Menschen mit Demenz die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und bieten abwechslungsreich gestaltete Nachmittage im kleinen Kreis. Das Netzwerk Demenz setzt sich für die Vertretung der Interessen von Betroffenen im Odenwaldkreis ein.

Alle Informationen sind auch im Internet unter www.diakonie-odenwald/ fachstelle-demenz.de zu finden.

Aktion in der Weltalzheimer-Woche

In Michelstadt sind im Schaufenster der Buchhandlung Schindelhauer Informationen und eine Auswahl an Literatur zum Thema ausgestellt. Am Montag, dem 21.9. von 15:00 – 17:00 stehen dort auch die Beraterinnen der Fachstelle Demenz für Gespräche und Informationen bereit. Die Fachstelle Demenz im Diakonischen Werk Odenwald in der Bahnhofstr. 38 in Michelstadt ist unter der Telefonnummer 06061/ 9650-0 oder unter demenzfachstelle@dw-odw.de zu erreichen. Termine können kurzfristig vergeben werden. Informationen über weitere Veranstaltungen in der Weltalzheimer-Woche finden Sie unter www.deutsche-alzheimer.de

 

Zum Foto:  Das Foto ist von Bärbel Simon und für die Veröffentlichung frei gegeben. Anja Pinkert (l) und Elke Boss (r.) von der Fachstelle Demenz werben anlässlich des Weltalzheimertages vor einer Corona-Schutzscheibe für Gespräche über die Krankheit Demenz.